Strassenfotografie

Was ist das eigentlich genau? Und warum machen dies unzählig viele Fotografen?

Straßenfotografie ist eine Genrebezeichnung der Fotografie, die zahlreiche Fotografen und Stile umfasst. Allgemein ist damit eine Fotografie gemeint, die im öffentlichen Raum entsteht, auf Straßen, in Geschäfte oder Cafés hineinblickend, Passantengruppen oder Einzelne herausgreifend, oftmals als Momentaufnahme, aber ebenso essayhafte Abfolge und Milieustudien.

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Eigentlich existiert keine exakte Definition von Straßenfotografie. Trotzdem gibt es einige Richtlinien:

  • Eine Straßenfotografie ist das Produkt von Zufall und schneller Erfassung des besonderen Moments durch den Fotografen. Das Können des Fotografen, seine Vertrautheit mit dem Thema, kommt im Bild zum Ausdruck und zeichnet Straßenfotografie als künstlerische Gattung aus.
  • Abgelichtete Menschen sind nicht als Privatpersonen gemeint, sondern als anonyme Figuren einer allgemeinen menschlichen Situation. Eine Straßenfotografie zeigt nicht eine dem Fotografen bekannte Person in einer Pose.
  • Die Menschen in einer Szene übernehmen oft eine art „Statisten-Rolle“, um die Komposition zu vervollständigen.
  • Das Festhalten eines besonderen Moments ist die hohe Kunst der Straßenfotografie, aber einen ebenso hohen Stellenwert hat das Umsetzen der besonderen Atmosphäre eines jeden Ortes.

Für mich ist das fotografieren auf offener Strasse eine gute Mischung aus Sport, Spiel und Spass. Vielleicht kann sich jemand an den alten Canon-Werbe-Slogan erinnern: „Komm spielen“. So muss man sich das Vorstellen. Man geniesst das herumlaufen mit der Kamera, beobachtet, wartet ab und schlägt dann im richtigen Moment zu. In den meisten Fällen ist das Bild unbrauchbar, weil man gerade den entscheidenden Moment verpasst oder der Fokus der Kamera nicht trifft. Oder schlimmer: die zu fotografierende Szene sich in Luft auflöst. Die Ausbeute liegt bei hundert gemachten Aufnahmen bei ca. 2 -5 brauchbaren Fotos. Alles was es dazu braucht ist: Glück, Geduld, und eine ausgeprägte Beobachtungsgabe. 

Die Strassenfotografie bietet eine Art „Vita-Parcours“ der Reportage. Auge, Hirn und Herz in eine Schusslinie bringen, wie es einst Cartier – Bresson auszudrücken vermochte.

Fals Sie demnächst von einem Fotografen auf der Strasse überrascht werden, keine Sorge, es könnte sich um einen Strassenfotografen handeln;-).

 

Fotografen welche die Strassenfotografie- und Reportage stark geprägt haben:

Henri Cartier-Bresson, René Burri (CH), Bruce Davidson, Philip-Lorca diCorcia, Robert Doisneau, Elliott Erwitt, Robert Frank (CH), Lee Friedlander, Bruce Gilden, Saul Leiter, Helen Levitt, Vivian Maier, Jeff Mermelstein, Joel Meyerowitz, Martin Parr, Alex Webb, Garry Winogrand.

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